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ELLINGTON HOTEL BERLIN

Design & Architektur

Eine der auffälligsten Fassaden Berlins
Das Ellington Hotel hat eine renommierte Adresse bezogen, die zudem in jedem Berliner Architekturführer steht. Denn das „Haus Nürnberg“, wie es ursprünglich hieß, ist geschmückt mit einer der längsten, auffälligsten und vielleicht auch einer der schönsten Fassaden Berlins: Über dem durchgehenden Ladengeschoss belichten lang gestreckte Fensterbänder die vier Obergeschosse. Die Wandflächen sind mit noblem Travertin ver-kleidet, gerahmt werden sie durch schmale Bänder aus dunklem Backstein unter- und oberhalb der stark profilierten Fenster. Gegliedert wird die 185 Meter lange, in mehreren Bauabschnitten entstandene und daher nicht ganz einheitliche Fassade durch Treppen-haustürme und Erker. Die Fensterbänder schmiegen sich um ihre abgerundeten Ecken, wodurch die elegante Fassade sehr dynamisch wirkt. Die beiden Treppenhaustürme stoßen über die Traufkante des Flachdachs. Die Hauseingänge und die Schaufenster der Ladenfront sind in Messing gefasst – auch das trägt zum vornehmen Äußeren dieses Geschäftshauses bei, das 1928-31 unter dem Eindruck der bahnbrechenden Bauten des Berliner Architekten Erich Mendelsohn entstand.

Ein erfolgreiches Architekten-Team
Entworfen wurde das Haus Nürnberg, auch Tauentzien- oder Femina-Palast genannt, von einem damals sehr erfolgreichen Architekten-Team: Richard Bielenberg und Josef Moser. In ihrem Büro in der Charlottenburger Fasanenstraße hatten sie seit 1905 bereits zahlreiche Geschäfts- und Bürohäuser geplant: darunter den Hauptsitz der Disconto-Gesellschaft (dem Vorgänger der Deutschen Bank) Unter den Linden, in dem heute die Deutsche Guggenheim untergebracht ist; den Erweiterungsbau des Zollernhofs, heute ZDF-Hauptstadtstudio, und den Sitz des A. Schaaffhausen'scher Bankverein in der Beh-renstraße, heute Sitz der Bayerischen Landesvertretung in Berlin.

Der Charme der späten Zwanziger
Aber nicht nur wegen der weitgehend original erhaltenen Fassade steht das Domizil des ELLINGTON HOTELS unter Denkmalschutz. Auch im Inneren hat sich in den Eingangs-räumen, den Treppenhäusern und einigen Sälen der Charme der späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre erhalten: in weißen und grünen Wandkacheln, Treppenhandläufen aus Messing, Stuckornamenten an den Decken, vergoldeten Schriftzügen an den Wänden. Der Bauherr, die Märkische Bau- und Grundstücksverwertung-AG, scheute weder Mühen noch Kosten. Eine „riesenhafte Kapital-Attraktion“ nannte die Zeitschrift „Deutsche Bauhütte“ 1932 den Femina-Palast, den sie der deutschen Architektenschaft als die „neueste Vergnügungsstätte in Berlin“ vorstellte. Dabei bezog sich dies nur auf einen Teil des Gebäudes, nämlich das Erdgeschoss des Bauteils zur Lietzenburger Straße hin mit dem rückwärtigen zweigeschossigen Ballhaus. In den vier Obergeschossen des Vorderhauses dürfte sich das Vergnügen in diesen wirtschaftlich so turbulenten Zeiten in Grenzen gehalten haben: Sie wurden als Büros vermietet.

ELLINGTON HOTEL Berlin